Was ist ein Styroporpool?

Wer sich mit dem Gedanken trägt, einen eigenen Pool im Garten zu bauen, stößt bei der Recherche früher oder später auf den Begriff Styroporpool. Gemeint ist damit ein Schwimmbecken, dessen Wände aus speziellen Styroporsteinen bestehen, die anschließend mit Beton verfüllt und armiert werden.

Diese Bauweise hat sich in den letzten Jahren zu einer der beliebtesten Methoden für den privaten Poolbau entwickelt. Sie gibt handwerklich geschickten Bauherren die Möglichkeit, einen stabilen und langlebigen Pool in Eigenregie zu errichten, ohne auf die Vorteile einer massiven Betonkonstruktion verzichten zu müssen.

Um zu verstehen, warum diese Bauweise so gefragt ist, lohnt sich ein genauerer Blick auf ihren Aufbau, ihre Funktionsweise und die Eigenschaften, die sie von anderen Poolarten unterscheiden.

Aufbau und Funktionsweise eines Styroporpools

Das Grundmaterial eines Styroporpools ist EPS, also expandiertes Polystyrol, das den meisten Menschen aus der Gebäudedämmung bekannt ist. Für den Poolbau wird dieses Material zu stabilen, ineinandergreifenden Bausteinen verarbeitet.

Die Styroporsteine funktionieren wie ein Baukastensystem und können ohne großen Aufwand aufeinandergestapelt werden. Auf diese Weise entsteht zunächst eine leichte, aber formstabile Schalung in der gewünschten Poolform. Möglich sind beispielsweise rechteckige oder ovale Becken sowie individuelle Formen mit Rundungen.

Anders als bei einer klassischen Betonschalung verbleiben die Styroporsteine dauerhaft als Bestandteil der Poolwand im Bauwerk. Im Inneren der Steine wird eine Stahlarmierung eingebracht, die für die notwendige Tragfähigkeit sorgt. Anschließend werden die Hohlräume mit Beton ausgegossen.

Durch den Betonverguss entsteht im Kern der Wand eine massive Betonstruktur, die von einer dämmenden Styroporschicht umgeben ist. Die Wandstärke variiert je nach Hersteller und Poolgröße. In der Regel liegt sie zwischen etwa 15 und 30 Zentimetern.

Vorteile eines Styroporpools

Der wohl größte Vorteil eines Styroporpools liegt in seiner guten Wärmedämmung. Da das Styropor die Betonwand umschließt, bleibt die Wärme im Beckenwasser besser erhalten als bei einem nicht gedämmten Betonpool.

Die Dämmwirkung kann sich positiv auf die Heizkosten auswirken und dabei helfen, die Badesaison zu verlängern. Besonders bei kühleren Außentemperaturen verliert das Poolwasser weniger schnell an Wärme.

Ein weiterer Vorteil ist das geringe Gewicht der Styroporsteine. Sie lassen sich einfach transportieren und können in der Regel ohne schweres Gerät verarbeitet werden. Das macht diese Bauweise besonders für Heimwerker interessant.

Auch bei der Gestaltung bietet ein Styroporpool viele Möglichkeiten. Die Steine können an unterschiedliche Beckenformen angepasst werden, sodass neben klassischen rechteckigen Pools auch individuelle Formen realisiert werden können.

Nachteile eines Styroporpools

Ohne Stahlarmierung und Betonverguss besitzt das reine Styropormaterial nur eine geringe mechanische Stabilität. Die fachgerechte Verarbeitung ist deshalb entscheidend für die Stabilität und Langlebigkeit des fertigen Pools.

Während der Bauphase sind die aufgestellten Styroporsteine empfindlich gegenüber Druck und Beschädigungen. Insbesondere beim Einbringen der Bewehrung und beim Betonieren muss sorgfältig gearbeitet werden.

Wer nicht über die notwendige Erfahrung verfügt, sollte für kritische Bauabschnitte fachkundige Unterstützung hinzuziehen. Das gilt beispielsweise für die Betonarbeiten, die Elektrik und die Installation der Pooltechnik.

Unterschiede zu anderen Poolarten

Im Vergleich zu einem klassischen Betonpool bietet ein Styroporpool bereits eine integrierte Dämmschicht. Bei einem herkömmlichen Betonpool werden die Wände vollständig aus Beton hergestellt und häufig erst nachträglich gedämmt.

Durch das geringe Gewicht der Styroporsteine ist der Aufbau außerdem einfacher. Trotzdem entsteht nach dem Einbringen der Bewehrung und des Betons eine massive und tragfähige Poolkonstruktion.

Ein Fertigpool aus glasfaserverstärktem Kunststoff wird dagegen als vollständige Schale angeliefert und in eine vorbereitete Baugrube eingesetzt. Diese Lösung ermöglicht einen schnellen Einbau, bietet jedoch weniger Freiheit bei der individuellen Formgestaltung.

Der Styroporpool erfordert vor Ort einen höheren Arbeitsaufwand, kann dafür aber besser an persönliche Wünsche und die vorhandenen Platzverhältnisse angepasst werden.

Ein Stahlwandpool besteht aus Wänden aus verzinktem Stahl oder Aluminium und wird üblicherweise mit einer Poolfolie ausgekleidet. Er ist häufig günstiger und schneller aufgebaut, erreicht aber meist nicht die Stabilität, Wärmedämmung und Langlebigkeit eines Styroporpools.

Bauablauf eines Styroporpools

Der Bau eines Styroporpools beginnt mit dem Aushub der Baugrube. Anschließend wird ein tragfähiges Fundament errichtet, das später das Gewicht des Beckens und des eingefüllten Wassers aufnehmen muss.

Auf dem Fundament werden die Styroporsteine Reihe für Reihe aufgestellt und zur gewünschten Poolform zusammengesetzt. Bereits in dieser Bauphase ist eine präzise Ausrichtung wichtig, da spätere Korrekturen nur schwer möglich sind.

Nachdem die Schalung vollständig aufgebaut wurde, wird die Stahlarmierung in die Styroporsteine eingebracht. Danach werden die Hohlräume mit Beton ausgegossen. Auf diese Weise entsteht die tragende Struktur der Poolwände.

Nach dem Aushärten des Betons wird das Becken abgedichtet. Abhängig von den persönlichen Vorstellungen und dem verfügbaren Budget kann dafür eine Poolfolie oder eine Fliesenverkleidung verwendet werden.

Abschließend werden die Pooltechnik, die Beckenrandgestaltung und weitere Ausstattungsmerkmale installiert.

Was kostet ein Styroporpool?

Preislich liegt ein Styroporpool häufig zwischen einem günstigeren Stahlwandpool und einem klassischen Betonpool oder High-Level-Pool. Die tatsächlichen Kosten hängen jedoch stark von der Größe des Beckens, der gewählten Ausstattung und dem Umfang der Eigenleistung ab.

Wer viele Arbeiten selbst übernimmt und Fachbetriebe nur für kritische Gewerke beauftragt, kann die Gesamtkosten reduzieren. Eine vollständige Planung und Ausführung durch einen Fachbetrieb ist mit entsprechend höheren Kosten verbunden.

Zu den Kostenfaktoren gehören neben den Styroporsteinen, der Bewehrung und dem Beton auch die Erdarbeiten, das Fundament und die Abdichtung des Beckens.

Weitere Kosten entstehen durch die Pooltechnik. Dazu zählen unter anderem die Filteranlage, eine mögliche Poolheizung, Rohrleitungen und elektrische Anschlüsse. Auch die Gestaltung mit Poolfolie, Fliesen, Beckenrandsteinen oder einer Poolumrandung beeinflusst den Gesamtpreis.

Für wen eignet sich ein Styroporpool?

Ein Styroporpool eignet sich besonders für Bauherren, die handwerklich versiert sind und einen größeren Teil des Poolbaus selbst übernehmen möchten. Gleichzeitig müssen sie nicht auf die Stabilität und Langlebigkeit einer massiven Betonkonstruktion verzichten.

Auch für Regionen mit kühleren Sommern oder größeren Temperaturschwankungen kann diese Bauweise sinnvoll sein. Die integrierte Dämmung trägt dazu bei, das Beckenwasser länger warm zu halten und die Nutzungsdauer des Pools während der Saison zu verlängern.

Wer Wert auf eine individuelle Poolform, eine gute Wärmedämmung und eine stabile Konstruktion legt, findet im Styroporpool eine flexible Alternative zu klassischen Beton-, Fertig- und Stahlwandpools.

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